Treffen Sie Timo Dienhart, 10. Generation bei Dienhart Weine (Deutschland)
Hallo Timo, kannst du dich vorstellen?
Natürlich. Mein Name ist Timo. Ich habe 1998 mit dem Weinbaustudium begonnen. Nach Praktika habe ich zwei Jahre auf einem konventionellen Weingut mit hochwertigen Rieslingen gearbeitet, danach ein Jahr in Rheinhessen (Anm. d. Red.: im Weinbaugebiet Rheinhessen) auf biologisch und biodynamisch zertifizierten Weingütern mit den Gütesiegeln Demeter und ECOVIN. Anschließend habe ich ein Ingenieursstudium abgeschlossen.
Anschließend bin ich in das Familiengut eingestiegen. Ich bin die zehnte Generation, die auf dem Weingut arbeitet. Mein Vater hatte in den 1970er Jahren mit der Umstellung auf ökologischen Weinbau begonnen. 1995 wurden wir von ECOVIN, einem der führenden deutschen Bio-Verbände, biozertifiziert. Ich war sieben Jahre lang im Vorstand des Verbandes tätig.
Erzählen Sie uns ein paar Worte zur Domain:
Dies ist ein Familienbetrieb. Heute verfügen wir über 12,5 Hektar Weinberge, davon 60 % Riesling und 20 % Pinot Noir. Der Rest verteilt sich auf Sauvignac, Cabernet Blanc, Cabernet Cortis, Regent, Rivarner, Chardonnay und Auxerois.
Was ist die Philosophie des Weinguts, insbesondere im Hinblick auf Ihr nachhaltiges Engagement?
Unsere Philosophie ist es, das Potenzial unserer Weinberge mit minimalen Eingriffen im Keller zu maximieren. Mein Vater interessierte sich bereits in den 1970er Jahren dafür; damals war es ziemlich innovativ. Er war beispielsweise besorgt über die schlechten Lebensbedingungen der Bienen, die durch chemische Behandlungen in den Weinbergen wie Glyphosat verursacht wurden. Wir stellten auf biologische Methoden um und verzichteten auf schädliche Chemikalien. Darüber hinaus sorgt der Verzicht auf Zusatzstoffe, wann immer möglich, dafür, dass der Wein gut und stabil bleibt. Für uns geht es um kontrollierte Nichteingriffe. Wir überwachen die Weine sorgfältig, versuchen aber, ihre natürliche Entwicklung nicht zu stören.
Haben Sie konkrete Beispiele für umweltfreundliche Praktiken, die im Alltag umgesetzt werden?
Wir befolgen die Delinat-Richtlinien, die Nachhaltigkeitszertifizierungen auf hohem Niveau darstellen. Wir produzieren unsere eigene Energie und verfügen über ein nachhaltiges Energiesystem im Keller. Beispielsweise wird die beim Kühlen des Weins entstehende Wärme zum Erhitzen des Waschwassers oder zum Heizen des Hauses genutzt. Wir bemühen uns, durch Solaranlagen, Wärmepumpen und nachhaltige Anbaumethoden klimaneutral zu sein. Durch Humusmanagement und andere Techniken versuchen wir, Kohlenstoff im Boden zu halten. Seit 2003 praktizieren wir Biodynamik, was unserer Überzeugung nach sowohl die Gesundheit des Weinbergs als auch die Qualität des Weins verbessert. Wir engagieren uns auch für die Artenvielfalt; wir pflanzen Zwischenfrüchte und Bäume und haben einen Lebensraum geschaffen, der seltenen Vögeln und Bienen Unterstützung bietet. Der örtliche Imker sagt sogar, unser Weinberg sei der beste Ort für Bienen (lacht)!
Apropos Bienen: Können Sie uns etwas über Ihr Engagement für ihren Schutz erzählen?
Heute ist unser Weinberg ein Paradies für Bienen, mit einer Pflanzendecke, in der wir der Natur freien Lauf lassen. Davon profitieren nicht nur die Bienen, sondern auch die Artenvielfalt im Weinberg. Der hier produzierte Honig ist ausgezeichnet, und unser Imker berichtet von einer hohen Überlebensrate der Bienen, was eher selten vorkommt.
Das ist sehr inspirierend. Übrigens: Wie hat sich der Klimawandel auf Ihre Weinberge in Deutschland ausgewirkt?
Der Klimawandel ist ein großes Problem. Jedes Jahr steigen die Temperaturen, was sich auf die Ernte auswirkt. Zwar bringt er einige Vorteile mit sich, wie zum Beispiel mildere Winter, bringt aber auch viele Herausforderungen mit sich. In diesem Jahr haben wir beispielsweise einen Teil unserer Ernte durch Spätfrost verloren.
Wie nehmen deutsche Verbraucher Bio- und biodynamische Weine im Vergleich zu konventionellen Weinen wahr?
Sie werden in Deutschland wie überall zunehmend anerkannt. Menschen, die sie konsumieren, sind sich ihrer Vorteile und ihres Nutzens für den Planeten stärker bewusst. Die wirtschaftlichen Zwänge des ökologischen Landbaus können jedoch für einige Produzenten ein Hindernis darstellen. Trotzdem glauben wir an die Bedeutung nachhaltiger Praktiken und setzen uns weiterhin dafür ein.
Unsere Abonnenten erhalten Ihren Beetle Mosel Riesling trocken in ihrer Box. Welche Speisenempfehlungen würden Sie zu diesem Wein geben?
Beetle Mosel Riesling Dry ist ein vielseitiger Wein, der gut zu Fisch, Fleisch in weißer Soße, Suppen und auch zu alltäglichen Gerichten passt. Es ist ein süffiger Riesling mit hochwertigem Geschmack und der schönen Identität eines Moseltal-Rieslings.
Eine kleine Anekdote: Wir liefern diesen Wein an den Staat, sodass beispielsweise Emmanuel Macron unseren Wein trinkt, wenn er nach Deutschland kommt.