Sizilien in einer Flasche: Treffen mit Cecilia Carbone (Planeta Estate)
Diesen Monat trafen wir Cecilia Carbone vom Weingut Planeta: ein wahres Juwel im Herzen Siziliens.
Können Sie sich vorstellen und uns etwas mehr über Ihren Hintergrund erzählen?
Mein Name ist Cecilia Carbone, ich bin Exportmanagerin des Weinguts Planeta und insbesondere für den französischen und skandinavischen Markt zuständig. Ich habe Weinbau und Gastronomie studiert, zwei Jahre Agrarwissenschaften studiert und einen Master in Biodynamik absolviert. Es war ganz natürlich, dass ich die Leitung eines neuen Projekts auf dem Weingut übernahm, bei dem es um die Einführung der Biodynamik ging.
Können Sie uns in wenigen Worten etwas über das Weingut Planeta erzählen?
Planeta ist echtes Sizilien. Ursprünglich wollten wir die Vielfalt der Terroirs unserer Insel zeigen. Wir möchten gerne erklären, dass Sizilien zwar eine Insel, ein Teil Italiens, aber fast ein eigenständiger Staat ist. Wir haben alles: unterschiedliche Klimazonen, unterschiedliche Böden, unterschiedliche Höhenlagen. Das Weingut Planeta verfügt über sieben Weingüter, die über die ganze Insel verteilt sind, in den Regionen Menfi, Vittoria, Noto, Ätna und Capo Milazzo.
Das Gut Planeta ist ein Familiengut. Erzählen Sie uns etwas über diese Familie.
Die Familie Planeta kam im 17. Jahrhundert nach Sizilien. Sie stammte aus Spanien und war eine Bauernfamilie. Nach ihrer Ankunft auf der Insel wollte Diego Planeta, der Gründer, Sizilien verändern und ihm eine Identität geben. 1985 begann er mit dem Anbau der ersten fünf Hektar Weinberge. Zunächst wurden die bekannten internationalen Rebsorten Chardonnay, Merlot und Syrah angebaut. Unsere Chardonnay-Weine etablierten das Gut Planeta als seriöses Weingut. Kurz darauf beschloss er, auch einheimische Rebsorten einzuführen.
Mit wie vielen einheimischen sizilianischen Rebsorten arbeiten Sie genau? Warum ist Ihnen das wichtig?
Bei Planeta sind 70 % unserer Rebsorten sizilianischer Herkunft (es gibt ungefähr 10 Sorten, wie Nero d'Avola, Fiano, Frappato, Grillo usw.) und 30 % internationaler Herkunft. Das Wichtigste für uns ist jedoch, mit Sorten zu arbeiten, die an unser Terroir angepasst sind, auch wenn sie nicht aus der Region stammen, wie Merlot, Chardonnay und Cabernet Franc.
Wie ist die Arbeit in den Kellern auf den verschiedenen Terroirs organisiert?
Jedes Weingut stellt seinen eigenen Wein her: Die Trauben werden vor Ort geerntet und der Wein wird vor Ort abgefüllt. Die Leute, die dort arbeiten, sind Einheimische aus den jeweiligen Gebieten, denn sie kennen diese Gebiete, diese Parzellen, die sich sehr voneinander unterscheiden, am besten. Die Region um Noto ist beispielsweise das südlichste Weinanbaugebiet Europas. Der Ätna ist der höchste Punkt Europas, an dem Wein hergestellt wird. Man braucht Experten, die diese Gebiete gut kennen, und das ist bei Planeta der Fall!
Im Jahr 2023 wurde Alessio Planeta (Winzer der 17. Generation bei Planeta) vom Wine Spectator zum Winzer des Jahres gekürt. Welchen Beitrag haben die neuen Generationen zur Weinherstellung geleistet?
Alessio ist ein Visionär. Er erkannte, dass Sizilien auf seinem gesamten Territorium biologische Landwirtschaft ermöglichen konnte. Er arbeitete in der Landwirtschaft an der Idee der „Biofilia“, einem humanitären Konzept der landwirtschaftlichen Entwicklung. Er ist überzeugt, dass die Nachhaltigkeit der Insel für Landwirte nicht nur mit dem landwirtschaftlichen Aspekt zusammenhängt, sondern dass die Entwicklung auch soziale und kulturelle Aspekte umfasst. Das Weingut ist Gründungsmitglied des Sostain-Programms zur Förderung nachhaltiger Landwirtschaft auf der Insel.
Wie spiegeln sich beispielsweise Ihre umweltfreundlichen Praktiken auf dem Planeta-Anwesen in Ihrem täglichen Betrieb wider?
In Sizilien herrscht das perfekte Klima für den ökologischen Weinbau. Aufgrund des Klimas gibt es hier kaum Krankheiten. Dennoch sind wir auf dem Weingut stets bestrebt, das gewisse Extra zu bieten: sei es bei den im Weinberg verwendeten Materialien, aber auch bei den recycelbaren Materialien in unseren Ökotourismus-Bereichen und im Hotel. Wir haben Seifen mit Komponenten aus der Olivenölproduktion hergestellt. Wir haben intensiv an der Optimierung der Wasserressourcen im Keller gearbeitet, einen See in der Nähe von Menfi angelegt und ein Regenwassersammelsystem installiert. Wir versuchen, die Kreislaufwirtschaft so weit wie möglich zu fördern.
Was sind derzeit die größten Herausforderungen in der Weinbranche?
Es geht darum, auch bei stark wechselnden Wetterbedingungen weiterhin nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben. Man muss beispielsweise bereit sein, auf Wassermangel zu reagieren. Durch die Verwendung von Rebsorten, die an Dürre und Hitze gewöhnt sind, können sie tiefe Wasserquellen finden. Die Natur ist in der Lage, sich zu verändern und anzupassen, wenn wir mit den richtigen Sorten arbeiten. Sobald dies jedoch nicht mehr der Fall ist, werden wir aufhören; wir wollen die Natur nicht zwingen.
Und abschließend: Welche Speisen- und Weinkombination würden Sie zu den La Segreta Rosso- und Bianco- Jahrgängen empfehlen, die Abonnenten in den August-Boxen finden?
Zum Rotwein passt alles, was Tomaten im Gericht hat: Pasta mit Tomatensauce und Parmesan zum Beispiel. Auch ein gutes Käsegericht ist möglich. Zum Weißwein passt perfekt ein Pilz-Käse-Risotto.
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