Die Rebsorte: Muscadelle
Muscadelle ist eine Rebsorte, die hauptsächlich in Bordeaux und der Dordogne angebaut wird.
Es handelt sich um eine spät austreibende Rebsorte, die anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist. Ihre Trauben sind
wird häufig von Grauschimmel befallen. Muscadelle kommt auch in anderen Weinanbaugebieten wie der Charentes und im Südwesten vor. Im Bordeaux wird Muscadelle mit Sauvignon und Sémillon zur Herstellung von Süßweinen kombiniert. Aus dieser Rebsorte werden auch trockene Weißweine wie der trockene Bergerac hergestellt.
Geschichte und Herkunft
Sie scheint aus der Region Bergerac zu stammen. Sie könnte aus südlicheren Weinbergen dorthin gebracht worden sein oder durch eine Mutation entstanden sein. Sie wird bereits im 18. Jahrhundert in den Weinbergen von Bordeaux, Bergerac und Lot et Garonne erwähnt. Muscadelle kommt auch in anderen französischen Weinbaugebieten vor, wie dem Languedoc (Weinberge der Corbières) und dem Roussillon, insbesondere Collioure, oder dem Weinberg von Gaillac, aber ihr Bestand nimmt ständig ab, von 6200 ha im Jahr 1958 auf weniger als 2200 ha im Jahr 1994. In Südafrika sind es 1149 ha, in Australien und Kalifornien rund 350 ha sowie in Osteuropa (Kroatien, Rumänien, Ukraine oder Russland).
Etymologie
Die Wurzel „Muskat“ ist offensichtlich. Sogar in Kroatien findet man sie: Muscadela. Man kann auch die Namen Ximenes Kimsky in Russland, Rousselou in Frankreich, Sauvignon Vert in Kalifornien oder Tokay in Australien nennen.
Charakter
* Kulturell: Wüchsige Rebsorte, die eine gute Erziehung erfordert.
* Empfindlichkeit: Es ist empfindlich gegenüber Grauschimmel, aber auch in geringerem Maße gegenüber Mehltau, Wespen und Traubenwürmern.
* Technologisch: Kegelstumpfförmige Trauben und kugelige Beeren, weiß bis rosagrau, bei voller Reife gesprenkelt, mittelgroß. Die Weine sind mittelalkoholisch, säurearm und aromatisch.
* Die Hauptaromen sind Muskat, Geißblatt und Akazienblüte. Die Weine sind oxidationsempfindlich. Süß ausgebaut verleihen sie den Cuvées Komplexität. Die Fäulnisempfindlichkeit wird in Regionen, in denen Edelfäule bevorzugt wird, vorteilhaft ausgenutzt.