Die bevorzugten Bodenarten für Weinreben
Setzen Sie sich, wir müssen mit Ihnen reden. Sie werden den Tag im Dunkeln verbringen... Ja, denn wir führen Sie unter die Reben. Ganz genau, haben Sie sich schon einmal gefragt, was sich unter der Spitze des Eisbergs abspielt? Denn wir sprechen oft mit Ihnen über Rebsorten, Appellationen und Verkostungen, aber wir müssen Ihnen ein dunkles Geheimnis verraten: Der Knackpunkt ist der Boden. Deshalb sprechen wir heute mit Ihnen über die Lieblingsböden der Reben!
Leiden, um schön zu sein
Die Rebe bevorzugt karge Böden. Wer hätte das gedacht? Sie braucht nicht viel. Viel Sonne, nicht zu viel Wasser, nicht zu viele Nährstoffe. Man sollte sie weder überwässern noch zu sehr stressen. Sehr wichtig ist jedoch die Tiefe der Wurzeln. Je tiefer sie sind, desto besser wird der Wein. Und wenn die Rebe wenig Wasser bekommt, breitet sie ihre Wurzeln tiefer aus. Und dieser Untergrund, von dem sich die Rebe ernährt, spielt eine sehr wichtige Rolle für den endgültigen Charakter des Weines . In derselben Region kann man auf verschiedene Arten von Unterböden stoßen, die entweder aufeinander folgen oder sich überlappen.
Die bevorzugten Bodenarten für Weinreben
Die häufigsten Böden in Weinbergen sind Lehm, Kalkstein und Sand. Lehmböden speichern Wasser, was saftigere Trauben mit reicherem Aroma hervorbringt. Kalksteinböden werden oft mit mineralischeren und säurehaltigeren Weinen in Verbindung gebracht, während Sandböden eher leichtere, fruchtigere Weine hervorbringen! Hier ist ein genauerer Blick auf die wichtigsten Böden, auf denen Weinreben wachsen.
Kalksteinböden
Man findet sie in vielen berühmten Weinregionen.
Sie sind flach, sodass die Wurzeln weniger Wasser aufnehmen können. Bei Regen wird das Wasser aufgenommen und tropfenweise wieder abgegeben, wodurch die Wasserzufuhr reguliert wird.
Welche Weine? Weine zum Lagern.
Wo? Chablis in Burgund, Champagner…
Lehmböden
Bei Trockenheit reißt der Lehm, sodass die Wurzeln Wasser aus tieferen Lagen beziehen. Bei Regen quillt der Lehm auf und verhindert so den Wasserdurchfluss. Bei Hanglage läuft das Wasser ab. Der Boden ist relativ kalt und daher ideal für Rebsorten, die keine große Hitze zum Gedeihen benötigen, wie zum Beispiel Merlot.
Welche Weine? Edle Weine, die die Frucht hervorheben.
Wo? Dieser Bodentyp ist für Merlot in Bordeaux bekannt, aber auch in Ribera del Duero, Burgund, Kalifornien usw.
Kiesböden
Sie kommen in den Weinbergen von Bordeaux vor, wo sie sogar eine eigene Appellation haben. Kies besteht aus Kieselsteinen, Sand und Ton. Der Vorteil: Bei Regen sickert das Wasser durch die Kieselsteine und sorgt so für eine gute Drainage des Bodens. Das Gestein speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts wieder ab, wodurch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht begrenzt werden.
Welche Weine? Weine, die sich wirklich gut entwickeln.
Wo? Vom linken Ufer der Garonne bis zum Atlantik...
Granitböden
Diese Böden entstehen durch die Abkühlung von Magma und die Zersetzung von Gestein. Sie sind sandig und fördern dank ihrer Risse und der geringen Wasserspeicherung einen hohen Mineralgehalt und die Wurzelentwicklung.
Welche Weine? Mineralische und edle Weine.
Wo? Beaujolais, Rhônetal, Elsass.
Gerollte Kieselböden
Der Begriff ist eindeutig: Hier handelt es sich um lange, glatte Steine, die vom Wasser poliert und abgelagert wurden. Dies sind Böden, die für die Rebe nicht günstig sind. Sie muss daher ums Überleben kämpfen und ihre Nährstoffe mit der Kraft ihrer Wurzeln suchen.
Welche Weine? Kraftvolle, intensive Weine.
Wo? Südlich des Rhônetals ist Châteauneuf-du-Pape besonders für seine Kieselböden bekannt.
Schieferböden
Schiefer ist ein hartes, kristallines Gestein, das aus leicht zerbröckelnden Mineralschichten besteht. Es speichert Wärme gut und bringt kräftige, mineralreiche Weine hervor.
Welche Weine? Weine mit Charakter.
Wo? Nördlich des Rhônetals, Dourotal, Languedoc, Loire für seine süßen Weine.
Kalkhaltige Böden
Kreide ist eine Art Kalkstein, hat jedoch eine porösere Struktur. Wasser fließt schnell ab, bevor es etwas tiefer von den Wurzeln aufgenommen wird. Dadurch bleiben die Trauben konzentriert, die Reben aber gut mit Feuchtigkeit versorgt.
Welche Weine? Lagerweine mit einer gewissen Säure.
Wo? Champagner, Loire und sogar Spanien.
Mergelige Böden
Mergel ist eine Mischung aus Kalkstein und Ton und bietet daher die Vorteile der Wärmespeicherung und einer gewissen Luftfeuchtigkeit, um die Reben kühl zu halten.
Welche Weine? Weine mit Körper und Finesse.
Wo? Es ist der typische Boden des Burgunds, aber auch in der Champagne, im Elsass...