Wie spricht man über Wein? Lektion Nummer 1
Es ist schwer zu beschreiben, was man fühlt, wenn man einen Wein verkostet ... Jean-Michel Deluc, ehemaliger Chef-Sommelier des Ritz, ist hier, um Ihnen zu helfen!
Es stimmt, dass die bildhafte Sprache der Weinprofis manchmal etwas übertrieben wirken kann.
Dennoch kann es für Sie, liebe Abonnenten, interessant sein, einen Wein beschreiben zu können, um in Gesellschaft zu glänzen, bei einem mondänen Abendessen Eindruck zu machen ...
Genug der Scherze! Einen Wein zu verstehen bedeutet vor allem, ehrlich zu sich selbst zu sein. Seine Vorlieben im Wein zu kennen und zu teilen heißt, über das Banale hinaus zu kommunizieren. Wein ist unterhaltsam und lädt uns ein, mit Freunden, Familie und sogar mit Menschen, die wir zum ersten Mal treffen, zu sprechen. Wein ist ein Bote, der Botschafter einer bestimmten Lebensart.
Keine Sorge. Wir geben Ihnen einige Schlüssel in drei Lektionen, um die Sprache des Weins für Sie klar und verständlich zu machen. So können Sie über Ihre Weine auf zugängliche, aber auch ein wenig professionelle Weise sprechen – ganz wie Jean-Michel!
LEKTION I. MAN SAGT, DASS WEIN ...
Herb ... Wenn er auf der Zunge kratzt. Die Tannine sind noch jung und bitter.
Korkig ... Wenn er einen Korkgeruch und -geschmack hat, verursacht durch einen Korkfehler oder längere Lagerung im Stehen.
Betörend, warm ... Wenn er stark alkoholisch ist.
Strukturiert ... Wenn er kraftvoll in Alkohol und Tanninen ist.
Fleischig ... Wenn die fruchtige Substanz dicht ist und man das Gefühl hat, den Wein zu kauen.
Kräftig ... Wenn der Wein kraftvoll, aromatisch und würzig ist.
Leicht und frisch ... Wenn er leicht und fruchtig ist, wie zum Beispiel ein Beaujolais Nouveau.
Leicht ... Wenn er wenig Alkohol hat und keine Ecken und Kanten zeigt.
Samtig ... Wenn er durch seine Süße ein samtiges Gefühl vermittelt (technisch weniger als 50 Gramm Restzucker).
Likörartig ... Wenn er sehr süß und zuckerreich ist (technisch mehr als 50 Gramm Restzucker).
Ausgewogen ... Wenn Substanz, Säure, Alkohol, Zucker und Tannine gleich stark sind.
Rund ... Wenn der Antritt im Mund weich ist und der Wein harmonisch wirkt.
Trocken ... Wenn er keinerlei süßen Eindruck hinterlässt.
Grün ... Ein junger Wein mit dominanter Säure.
Essigartig ... Wenn er einen essigartigen Geschmack hat.
Langanhaltend ... Wenn der Geschmack lange im Mund bleibt. Ein Zeichen für Lagerfähigkeit.
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