Blog Tipps und Tricks Rosé auf Eis im Wein: Sakrileg oder echter Trend?
Rosé piscine et glaçons dans le vin : sacrilège ou vraie tendance ?

Rosé auf Eis im Wein: Sakrileg oder echter Trend?

Ein großes Ballonglas, ein paar Eiswürfel, ein gut gekühlter Roséwein … und schon sorgt das bei manchen Weinliebhabern für Entsetzen. Dennoch hat sich der Rosé Piscine seit mehreren Jahren auf sommerlichen Terrassen etabliert. So sehr, dass sich eine beinahe existenzielle Frage stellt: Kann man wirklich Eiswürfel in den Wein geben, ohne ein önologisches Verbrechen zu begehen?

 

Spoiler: Die Antwort ist nuancierter als ein einfaches Ja oder Nein. Denn auch wenn der Eiswürfel nicht der beste Freund jeder Flasche ist, kann er bei bestimmten Weinen durchaus seinen Platz haben. Vor allem, wenn das Thermometer steigt.

 

Was genau ist ein Rosé Piscine?

Das Prinzip von Rosé Piscine ist denkbar einfach: Roséwein in einem großen Glas servieren, das mit einigen Eiswürfeln gefüllt ist.

 

Warum „Piscine“? Ganz einfach, weil die Eiswürfel im Glas buchstäblich zu baden scheinen. Es geht also nicht darum, einen Grand Cru nach allen Regeln der Kunst zu verkosten, sondern vielmehr um eine frische, entspannte und sommerliche Art, Roséwein zu trinken.

 

Rosé Piscine ist Teil einer umfassenderen Entwicklung unseres Verhältnisses zum Wein. Wir zögern weniger, mit Konventionen zu brechen, neue Formate auszuprobieren oder unmittelbaren Genuss den überlieferten Regeln vorzuziehen.

 

Und wenn es im Schatten über 30 °C hat, versteht man ihren Erfolg ziemlich leicht.

 

Eiswürfel in den Wein geben: Warum sagen Puristen Nein?

Eiswürfel haben dennoch einen schwer zu umgehenden Nachteil: Sie schmelzen.

 

Indem sie zu Wasser werden, verdünnen sie den Wein nach und nach. Das Ergebnis: Die Aromen werden weniger intensiv, die Textur wirkt leichter und das vom Winzer angestrebte Gleichgewicht kann verändert werden.

 

Auch die Kälte selbst spielt eine Rolle. Ein zu kalt servierter Wein wirkt tendenziell verschlossener: Seine Aromen kommen weniger zur Geltung, und bestimmte Nuancen lassen sich schwerer wahrnehmen.

 

Bei einer komplexen Flasche, einem alten Jahrgang oder einem Wein, den man wirklich verkosten möchte, sollte man also besser auf den Eiskübel verzichten.

 

Aber nicht alle Weine müssen vor dem ersten Schluck zwanzig Minuten lang andächtig analysiert werden.

 

Also, kann man Eiswürfel in Roséwein geben?

Ja, sofern man den richtigen Rosé auswählt.

Für einen gelungenen Rosé Piscine sollte man einen jungen, frischen und fruchtigen Wein bevorzugen, der dafür bestimmt ist, in seiner Jugend getrunken zu werden. Die leichten Roséweine mit Noten von Zitrusfrüchten, roten Früchten oder frischem Obst vertragen diese Art des Trinkens im Allgemeinen besser als komplexe, strukturierte oder für die Gastronomie konzipierte Roséweine.

 

Einige Vorsichtsmaßnahmen helfen außerdem dabei, das Glas nicht in aromatisiertes Wasser zu verwandeln:

  • große Eiswürfel zu verwenden, die langsamer schmelzen;
  • den Rosé bereits gut gekühlt zu servieren, damit die Eiswürfel nicht die ganze Arbeit übernehmen müssen;
  • das Glas nicht zur Hälfte mit Eis zu füllen;
  • das Glas ausreichend schnell zu trinken, um die Verdünnung zu begrenzen.

 

Mit anderen Worten: Zwei oder drei schöne Eiswürfel in einem gut gekühlten Rosé – warum nicht? Zwölf Eiswürfel in einem bei Zimmertemperatur servierten Wein – deutlich weniger überzeugend.

 

Und Eiswürfel im Weiß- oder Rotwein?

Dieses Phänomen betrifft nicht nur Rosé.

 

Im Weißwein

Auch einige leichte, aromatische und sehr frische Weißweine können im Sommer mit einem Eiswürfel serviert werden. Dahinter steckt dieselbe Logik: Diese Methode sollte man eher einfachen, erfrischenden Weinen vorbehalten als großen Cuvées, deren gesamte Aromenvielfalt man genießen möchte.

 

Im Rotwein

Das mag überraschender erscheinen, aber auch Rotweine können Frische mögen. Der Eiswürfel ist jedoch nicht unbedingt erforderlich.

 

Ein leichter Rotwein kann vor dem Servieren einige Dutzend Minuten in den Kühlschrank gestellt werden. Gamay, leichter Pinot Noir oder einige besonders fruchtige Cuvées schmecken besonders angenehm, wenn sie leicht gekühlt serviert werden.

 

Denn „Zimmertemperatur“ bedeutet nun einmal nicht 27 °C mitten im August.

 

Der Rosé Piscine – Symbol für eine neue Art, Wein zu trinken?

Hier wird der Rosé Piscine vermutlich interessant.

 

Lange Zeit war die Welt des Weins mit zahlreichen Regeln verbunden: eine genaue Temperatur, das passende Glas, die Kombination von Speisen und Wein, eine Verkostungsterminologie … Nützliche Orientierungshilfen, die jedoch auch einschüchternd wirken können, wenn man gerade erst anfängt.

 

Der Erfolg von Wein mit Eiswürfeln zeugt vielmehr von einem freieren Konsum. Man wählt manchmal eine Flasche einfach deshalb, weil sie gut, frisch und angenehm zum Teilen ist.

 

Bei Le Petit Ballon bevorzugen wir übrigens eine ganz einfache Regel: Wein besser zu verstehen, sollte dabei helfen, ihn mehr zu schätzen – und nicht verhindern, ihn so zu trinken, wie man ihn mag.

 

Wenn ein paar Eiswürfel Ihren Lieblingsrosé an einem Sommerabend noch angenehmer machen, ist es daher schwer, von einem Sakrileg zu sprechen.

 

Wie kann man Wein ohne Eiswürfel kühlen?

Sie möchten Ihr Glas schön kühl halten, ohne den Wein zu verdünnen? Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

 

Der mit Wasser und Eiswürfeln gefüllte Eimer gehört zu den wirksamsten Methoden, um eine Flasche schnell zu kühlen. Wiederverwendbare Eiswürfel oder Kühlsteine ermöglichen es außerdem, das Glas direkt zu kühlen, ohne Wasser hinzuzufügen.

 

Und die einfachste Methode ist oft die beste: Planen Sie voraus und stellen Sie die Flasche vor dem Aperitif in den Kühlschrank.

 

Das Urteil: Rosé piscine – Sakrileg oder nicht?

Nein, Eiswürfel in den Rosé zu geben, ist nicht unbedingt ein Sakrileg.


Bei einer komplexen Flasche, die Sie unter den besten Bedingungen entdecken möchten, verzichten Sie besser darauf. Bei einem leichten, fruchtigen und für den Aperitif bestimmten Rosé können ein paar große Eiswürfel jedoch durchaus zum Genuss beitragen.


Schließlich ist Wein auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und zwischen einem genussvoll getrunkenen Rosé piscine und einem „nach allen Regeln der Kunst“ servierten Glas, das uns weniger schmeckt, fällt uns die Entscheidung leicht.


Welchen Rosé sollte man für einen Rosé piscine wählen?

Wählen Sie lieber einen jungen, frischen, leichten und fruchtigen Rosé als einen komplexen oder für die Gastronomie bestimmten Wein.

 

Wie viele Eiswürfel gibt man in ein Glas Rosé?

In der Regel reichen zwei oder drei große Eiswürfel aus. Sie kühlen den Wein, ohne ihn zu stark zu verdünnen.

 

Verändern Eiswürfel den Geschmack des Weins?

Ja. Beim Schmelzen geben sie Wasser ab und schwächen die Aromen nach und nach ab. Deshalb verwendet man besser große Eiswürfel und serviert einen bereits gekühlten Wein.

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