Blog Wein-News Önotourismus: 5 weniger bekannte Weinstraßen, die Sie diesen Sommer erkunden können
Œnotourisme : 5 routes des vins moins connues à explorer cet été

Önotourismus: 5 weniger bekannte Weinstraßen, die Sie diesen Sommer erkunden können

Wenn man an Weinstraßen in Frankreich denkt, kommen einem sofort einige Namen in den Sinn: Bordeaux, Burgund, Champagne oder das Elsass. Aber das französische Weinbaugebiet endet natürlich nicht dort.

 

Vom Jura bis zu den Pyrenäen gibt es weniger bekannte Weinstraßen, die perfekt dazu geeignet sind, Verkostungen, schöne Landschaften, charaktervolle Dörfer und sommerliche Ausflüge miteinander zu verbinden. Und die gute Nachricht: Man muss kein Weinexperte sein, um sie zu genießen.

 

Hier sind 5 weintouristische Reiseziele, die Sie diesen Sommer entdecken sollten – abseits der naheliegendsten Routen.

 

1. Die Weinstraße des Jura: klein an Fläche, groß an Persönlichkeit

Es geht in den Osten Frankreichs, zwischen Salins-les-Bains und Saint-Amour. Auf rund 80 Kilometern durchquert das Weinbaugebiet des Jura einige der schönsten Landschaften der Region sowie Dörfer, die unter Weinliebhabern längst legendär sind: Arbois, Poligny, Château-Chalon und L’Étoile.

 

Auch im Glas ist die Entdeckungsreise deutlich spürbar. Der Jura ist die Heimat von Savagnin, Poulsard und Trousseau – ganz zu schweigen von seinem berühmten Vin Jaune. Weine mit ausgeprägtem Charakter, die sich teilweise deutlich von dem unterscheiden, was man gewöhnlich trinkt.

 

Doch die Region hat weit mehr zu bieten als ihre Weinkeller. Wasserfälle, abgeschiedene Täler, auf Anhöhen gelegene Dörfer und gute Restaurants machen es leicht, Verkostungen und Spaziergänge miteinander abzuwechseln.

 

Warum hinfahren? Um ein kompaktes und einzigartiges Weinbaugebiet zu entdecken, das sich problemlos in ein Wochenende oder einige Urlaubstage integrieren lässt.

 

2. Die Weinstraße von Savoyen: Weinverkostungen mit Blick auf die Alpen

Weinberge mit alpinen Gipfeln im Hintergrund – eine spektakulärere Kulisse ist kaum zu finden.

 

Die Weinstraße von Savoyen führt unter anderem durch die Gebiete von Apremont, Chignin, Montmélian und Jongieux, aber auch durch die Weinberge rund um den Genfersee und das Arvetal.

 

Hier bietet sich außerdem die Gelegenheit, Rebsorten kennenzulernen, die man anderswo nur selten antrifft. Die Jacquère, eine für Savoyen emblematische weiße Rebsorte, wird unter anderem von Altesse, Mondeuse und Gringet begleitet.

 

Die frischen und leichten Weißweine passen natürlich besonders gut zum Aperitif nach einem Wandertag.

 

Warum hinfahren? Um Weintourismus, Berge, Radfahren, Wandern und Baden in den Alpenseen ganz unkompliziert miteinander zu verbinden.

 

3. Die Weinstraße des Jurançon: Die Pyrenäen am Ende der Weinberge

Es geht in den Südwesten, wenige Kilometer von Pau entfernt. Das Weinbaugebiet des Jurançon erstreckt sich über Hänge, mit der Pyrenäenkette im Hintergrund. Eine Postkartenkulisse, die noch immer weit unterschätzt wird.

 

Die Weinstraße des Jurançon vereint heute rund 60 unabhängige Winzer auf etwa 620 Hektar Rebfläche.

 

Bei der Verkostung sollten Sie keinesfalls den Fehler machen, Jurançon auf edelsüße Weine zu reduzieren. Die Region produziert auch trockene Jurançons, die oft sehr frisch und aromatisch sind – insbesondere aus lokalen Rebsorten wie Petit Manseng und Gros Manseng.

 

Für den Einstieg in die Erkundung eignen sich die Dörfer Jurançon, Monein und Lacommande hervorragend als Orientierungspunkte.

 

Warum hinfahren? Wegen der Panoramen auf die Pyrenäen, der Gastfreundschaft auf den Weingütern und der charakterstarken Weine – sowohl trocken als auch süß.

 

4. Das Loirtal: Das unauffällige Weinbaugebiet, das man nicht mit der Loire verwechseln sollte

Auf das „e“ kommt es an: Gemeint ist hier das Loirtal nördlich von Tours und nicht das gesamte Loiretal.

 

Rund um La Chartre-sur-le-Loir teilt sich das Weinbaugebiet vor allem in zwei Appellationen: Jasnières und Coteaux du Loir. Chenin nimmt hier eine wichtige Stellung ein, neben Pineau d’Aunis, der vor allem für die Rotweine verwendet wird.

 

Wahrscheinlich ist dies eines der unbekanntesten Reiseziele dieser Auswahl. Hier gibt es familiengeführte Weingüter, ruhige kleine Straßen und zahlreiche Möglichkeiten für Spaziergänge zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Das Maison du Tourisme et du Vignoble von La Chartre-sur-le-Loir bietet übrigens den ganzen Sommer über Begegnungen mit Winzern und Erlebnisse in den Weinbergen an.

 

Warum hinfahren? Für ein ruhiges weintouristisches Wochenende ohne Menschenmassen – mit dem Gefühl, ein Weinbaugebiet entdeckt zu haben, über das noch kaum jemand spricht.

 

5. Irouléguy: eine Weinstraße im Herzen des Baskenlands

Die letzte Etappe – und keineswegs die unspektakulärste: das Weinbaugebiet von Irouléguy rund um Saint-Jean-Pied-de-Port und Saint-Étienne-de-Baïgorry.

 

Hier klettern die Reben an den Hängen der baskischen Berge empor, oft auf Terrassen. Die Appellation umfasst nur etwa 270 Hektar, verteilt auf rund 15 Gemeinden, und zählt damit zu den besonders unbekannten Weinbaugebieten.

 

Man kann die Weingüter entdecken, aber auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch die Weinberge fahren. Mehrere Routen ermöglichen es, Verkostung, Wandern und die Entdeckung baskischer Dörfer miteinander zu verbinden.

 

Und wenn man schon einmal hier ist, fällt es schwer, das Erlebnis nicht mit einigen lokalen Spezialitäten zu verlängern. Schließlich funktioniert Weintourismus noch besser, wenn zum Wein ein gutes Essen serviert wird.

 

Warum hinfahren? Wegen einer der faszinierendsten Weinlandschaften Frankreichs und eines Ausflugs, der Wein, Berge und baskische Kultur miteinander verbindet.

 

Welche Weinstraße sollte man diesen Sommer wählen?

Letztlich hängt alles davon ab, welche Art von Reise Sie suchen. Für die Berge geht es nach Savoyen oder Irouléguy. Für wirklich außergewöhnliche Weine ist der Jura kaum zu übertreffen. Der Jurançon wird all jene begeistern, die Weinbaugebiet und Pyrenäen miteinander verbinden möchten, während das Loirtal perfekt ist, um deutlich abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs zu sein.

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